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Von guten Mächten wunderbar geborgen


Trauer und Traurigkeit sind in unserem Leben oft noch Bereiche, die lieber ausgeschwiegen werden und ungesagt bleiben.

Als ich von der Aktion "Alle reden über Trauer" gehört habe war mir sofort klar, dass ich mich beteiligen möchte. Dass ich auch einen Beitrag zum Thema leisten möchte.

Tod, Trauer und vor allem der persönliche Umgang damit sind Themen, die gerne elegant ausgeklammert werden im Miteinander. Erlebnisse und Erfahrungen, die man lieber für sich behält.

Geht mir auch oft so.

Schließlich will ich niemanden belasten, niemandem zu viel von mir erzählen oder niemanden in die tiefen Abgründe blicken lassen, die sich blitzschnell eröffnen, wenn die Trauer sich wieder zeigt. Meist mit derart ungeahnter Kraft und in solch unerwarteten Momenten, dass es mir den Boden unter den Füßen wegzuziehen scheint. Ausgelöst durch Sekundenbruchteile einer Erinnerung, spürbar bis ins tiefste Mark und erschütternd wie eh und je.

Wer in seinem Leben Verluste und Abschiede erlebt und gefühlt hat weiß, welch schmerzhafte Wunden dabei auf der Seele zurückbleiben, Wunden die zwar mit der Zeit heilen können, jedoch als Narbe für immer spürbar bleiben. Die für immer empfindlich bleiben und die man nicht gerne berührt.

In der "Trauer" steckt auch das "Trauen". Vertrauen, sich trauen, anvertrauen, jemanden mit etwas betrauen, ... auf mich selbst vertrauen. Mit jedem durchlebten tiefen Tal der Trauer kann ich danach etwas mehr aus der Kraft schöpfen, die sich entfaltet, wenn ich den Mut aufbringe, mich dem pulsierenden Leben wieder anzuvertrauen. Immer in der Gewissheit, dass ich meinem Weg vertrauen darf. Dass die Richtung stimmt, wenn ich nur einen Fuß vor den anderen setze.

Wenn die Erinnerung mich überflutet, meine Seele umklammert und mit eiskalter Hand von mir Besitz ergreift, dann hilft nur ein Innehalten. Eine Hingabe an den Moment, so schmerzhaft er sich mir auch präsentiert. Diese Hingabe ist erfüllt vom Annehmen, vom Spüren und vom Zulassen des jetzigen Augenblicks. Und wenn sich Einsamkeit oder Verzweiflung zeigen, darf ich mich trauen, diese Gefühle zu durchleben.

Das Lied "Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, ..." von Dietrich Bonhoeffer erinnert mich daran, dass es immer wieder weiter geht, dass nach jedem Ende ein neuer Anfang wartet und ich in meiner Trauer und meinem Leid nicht alleine bin. Auch hier ist meine Trauer mit allem was zu ihr gehört ein Übergang, ein Abschnitt auf meinem Weg, auf dem ganz gewiss auch die Freude wieder auf mich wartet. Dessen kann ich gewiss sein. Gewiss, dass auf jede Nacht ein neuer Morgen folgt.

Mir persönlich hilft mein Yoga dabei, mich zu spüren und meine Aufmerksamkeit immer wieder auf mich zu lenken. Im Angenehmen und im vermeintlich Unangenehmen. Genau dieses Spüren, diese Achtsamkeit eröffnet Räume der Sicherheit, des Friedens, der Geborgenheit und der Liebe, die ich in Phasen der Trauer so dringend brauche. Yoga ist für mich (m)eine "gute Macht", die mich hält, nährt, mir Kraft spendet und mich nicht nur seelisch, sondern auch körperlich beruhigt.

Ich wünsche dir, dass du dich weniger alleine fühlst mit deiner Trauer.

Ich wünsche dir, dass du Räume des Friedens in dir findest.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du dich traust, mutig nach vorne zu schauen.

#Trauer #Vertrauen #Mut #Yoga

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