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Abhyasa & Vairagya/ Eine Gebrauchsanleitung fürs Leben

02/06/2017

Die beiden Begriffe begegnen uns sowohl im Yoga Sutra des Patanjali, als auch in der Bhagavad Gita als die beiden „Flügel“ der persönlichen spirituellen Entwicklung.

„Wer seinen Geist diszipliniert und seine Sinne im Griff hat, kann sich inmitten der Welt frei bewegen, frei von Wollen oder Nichtwollen, in völlig innerer Stille. In dieser Stille fallen alle Sorgen von ihm ab. Denn die Weisheit gründet im stillen Geist“ (Krishna, aus: „ Die Bhagavad Gita“ von Ralph Skuban, Seite 55)

Abhyasa (beharrliches Üben) und Vairagya (Gleichmut, Losgelöst Sein) sind die Grundvoraussetzungen für das Erlangen von Einheit und Ruhe in Bezug auf unseren Geist, seine Gefühle und Gedanken.

"Beharrliches Üben" bedeutet hier, ein Ziel (mit Hingabe und Achtsamkeit!) im Auge zu behalten, während "Gleichmut" dabei die Kompetenz darstellt, zwar dranzubleiben, aber den Dingen auch ihren Lauf zu lassen, Unvorhergesehenes (Steine auf dem Weg, Umwege, ...) geschehen zu lassen oder als Impuls sehen und stehen lassen zu können.

Abhyasa und Vairagya bedingen sich gegenseitig und wirken aufeinander, wie Vorgänge, die uns die Natur vorlebt: Der Mond mit seinen Zyklen, Ebbe und Flut, der Wechsel von Tag und Nacht, der Reigen der Jahreszeiten. Und natürlich auch auf körperlicher Ebene Sympathikus (Anspannung) und Parasympathikus (Entspannung), Pingala (Sonnenenergie) und Ida (Mondenergie)!

Die Natur lebt uns das Sein und Werden ständig vor, an (in und mit) ihr können wir beobachten und lernen, wie ein Leben im Einklang fließt und sich permanent entwickelt.

Die Balance zwischen den beiden ist die eigentliche Kunst, um das endgültige Losgelöst Sein leben zu können.

"Losgelöst-Sein, Vairagya, und Praxis oder Übung, Abhyasa, sind wie zwei Flügel, die uns in die Stille tragen" (aus: "Patanjalis Yogasutra" von Ralph Skuban, Seite 31).

Im Grunde ist jede achtsame Yoga Praxis ein Weg zu Vairagya, und wenn dieser praktizierte Yoga eine Lebenseinstellung wird, wird jede einzelne Tätigkeit des Körpers und des Geistes zu einem Weg zu Vairagya. Yoga bietet uns dafür eine Anleitung, ähnlich einer Gebrauchsanleitung fürs Leben.

„Wenn Abhyasa zu stark ist, wird man engstirnig, unlocker und vielleicht sogar dogmatisch. Wenn Vairagya zu sehr betont wird, wird man lasch, träge und kraftlos. Und so brauchen wir beides um uns weiter zu entwickeln.

Mit anderen Worten müssen wir „Sein und Werden“. Wir müssen mit unserem vollen Bewusstsein im Hier und Jetzt ankommen und alles loslassen was und davon abhält, dieses bedingungslose achtsame verweilen im Augenblick zu erfahren. Und wir müssen daran arbeiten uns zu ent-wickeln, uns von den falschen Denk- und Vehaltensmustern zu lösen. Wir benötigen dazu eben auch eine solide spirituelle Praxis die uns hilft uns für das Erfahren des Augenblicks zu öffnen.“ (http://vedanta-yoga.de/sein-und-werden/)

Im beständigen Üben sammeln wir die Erfahrung, die wir benötigen, um nach und nach all die Dinge loslassen zu können, die uns beeinflussen. Wir erlangen große Gelassenheit in unserem Sein. Einerseits durch eine Art Zufriedenheit (schließlich haben wir ja schon einen große Wegstrecke gemeistert), andererseits in der puren und kindlichen Freude am Weg an sich, an der Freude am Weg der gerade vor uns liegt, wie weit, beschwerlich oder unwegsam er auch sein oder werden mag. Und trotzdem: es ist ein stetiges Streben nach Verbesserung, aber nicht im Sinne einer Wertung. Also mehr ein „Sich entwickeln wollen“, als ein „Streben“.

Am Beispiel von Ahimsa erscheint mir das Prinzip von Abhyasa und Vairagya besonders einprägsam: Umso mehr ich vesuche, Ahimsa in meinem Leben zu integrieren, umso mehr fällt mir das Fehlen von Ahimsa in meinem Umfeld auf. Die Herausforderung besteht (für mich) darin, dieses Fehlen ohne Wertung wahrzunehmen, es nicht in meine Gefühle und Gedanken einfließen zu lassen. Dem vermeintlichen Fehlen eine liebevolle Seinberechtigung einzuräumen. Denn sobald eine Wertung meinerseits eintritt, verliere ich meine Balance, falle ich aus dem Versuch, Ahimsa zu integrieren, heraus. Denn die Wertung ist nicht mehr Ahimsa.

„Wer in der Liebe lebt, der lebt in Gott und Gott in ihm“ (Bibel, 1. Johannes 4, 16b)

 

Wenn ich die Liebe, den Frieden, das Losgelöst Sein kontinuierlich übe und in meinem Leben verwebe, dann finde ich die Liebe, den Frieden und das Losgelöst Sein in mir.

 

 

 

 

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